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Bonnet-Ponson

Cyril Bonnet – Champagne Bonnet-Ponson

Seine Großeltern gruben die Keller noch selbst – mit Schaufel und Spitzhacke durch den sandigen Boden von Chamery. Heute füllt Cyril Bonnet diese Gewölbe mit Champagnern, die trockener kaum sein könnten: null bis fünf Gramm Dosage, Spontangärung, minimaler Schwefel. Champagne Bonnet-Ponson steht für den radikalen Bruch mit der barocken Tradition des Vaters – und für die Rückbesinnung auf das, was 1862 begann, als Grégoire Bonnet eines der ersten Récoltant-Manipulant-Häuser der Region gründete.




Mehr über Bonnet-Ponson

Vom Barock zur Brut Nature

Die Weine seines Vaters waren opulent: hohe Dosage, viel Körper, klassischer Champagnerstil. Als Cyril 2013 nach Ausbildung im Süden Frankreichs nach Chamery zurückkehrte, stellte er alles auf den Kopf. Die Umstellung auf biologischen Anbau begann sofort, 2016 kam die Zertifizierung. Aber der eigentliche Wandel geschah im Keller: Spontangärung mit wilden Hefen, keine Filtration, Schwefel nur in absolut homöopathischen Dosen. Die Dosage? Am liebsten exakt null. Das Familienweingut existiert seit 1862, doch unter Cyril erfindet es sich völlig neu. Die Montagne de Reims bietet ideale Bedingungen für diesen Stil.

Historische Weinlese bei Bonnet-Ponson in Chamery

50 Parzellen, fünf Dörfer

Die gut zehn Hektar verteilen sich auf rund 50 Parzellen in Chamery, Vrigny, Coulommes-la-Montagne und den Grand-Cru-Lagen von Verzenay und Verzy. Die Reben sind zwischen 35 und 80 Jahre alt. Im Fokus steht Pinot Meunier und Pinot Noir, ergänzt durch Chardonnay. Ein Drittel der Grundweine reift in alten Eichenfässern, der Rest in Stahl – Cyril sucht Präzision, keine Holznoten. Die Jahresproduktion liegt bei rund 60.000 Flaschen. Jede Parzelle wird einzeln vinifiziert, um ihren Charakter zu bewahren.

Die ewige Cuvée

Die Cuvée Perpétuelle funktioniert wie eine andalusische Solera: Jahrgang für Jahrgang wird entnommen und nachgefüllt, nie komplett geleert. Das älteste Element im Fass stammt aus dem Jahr 2004. Das Ergebnis ist ein Champagner aus vielen Jahrgängen, der Zeit hatte, sich zu finden. Huré Frères in Ludes arbeitet seit 1982 nach demselben Prinzip – beide Häuser zeigen, wie viel Komplexität entsteht, wenn man dem Wein Geduld schenkt.

Cyril Bonnet zwischen Champagnerflaschen im Keller

Naturwein mit Schaumkrone

Die Seconde Nature ist Cyrils Bekenntnis zum Naturwein: völlig ohne Schwefelzusatz, mit eigenem Charakter und Ecken und Kanten. Wer es klassischer mag, greift zur Jules Bonnet, benannt nach dem Sohn des Gründers, der 1862 mit Grégoire Bonnet den Weinbau der Familie begann; seinen heutigen Namen trägt das Haus seit der Heirat von André Bonnet und Monique Ponson 1957. Und wer neugierig ist: Der Chamery Rouge zeigt, was Meunier aus dieser Ecke der Champagne als Stillwein kann.

Die Cuvée perpétuelle erklärt

Was ist die Cuvée perpétuelle von Bonnet-Ponson?

Eine Reserve, die nie zu Ende geht. Nach jeder Lese wird ein Teil des Fasses abgezogen und mit dem neuen Jahrgang aufgefüllt, geleert wird es nie. So trägt jede Flasche Wein aus vielen Jahren. Das Kürzel auf dem Etikett nennt den Grundjahrgang: RP22 steht für die Réserve perpétuelle mit Basis 2022, dazu kommen 40 Prozent aus der fortgeschriebenen Reserve. Die Cuvée besteht aus 40 Prozent Pinot Noir, 30 Prozent Chardonnay und 30 Prozent Meunier und verbindet die Tiefe einer Reserve mit der Spannung eines jungen Jahrgangs.

Non Dosé oder Extra Brut: Was ist der Unterschied?

Die Dosage ist der kleine Zuckerzusatz nach dem Degorgieren. Non Dosé heißt bei Bonnet-Ponson null Gramm, der Wein steht so da, wie er aus der Flaschengärung kommt. Extra Brut bekommt bei Cyril Bonnet höchstens fünf Gramm, gerade genug, um die Säure zu runden. Wer Champagner salzig und knochentrocken mag, greift zum Non Dosé; wer ihn eine Spur weicher will, zum Extra Brut.

Welcher Bonnet-Ponson zum Fest oder als Geschenk?

Für den Tisch die Cuvée perpétuelle: sie begleitet vom Aperitif bis zum Fisch und kostet weniger als die meisten Grower-Champagner dieser Klasse. Für den Moment danach die Jules Bonnet, die Jahrgangscuvées aus reinem Pinot Noir, benannt nach dem Sohn des Gründers, als Blanc de Noirs oder Rosé de Noirs. Wer eine Flasche verschenkt, die man nicht alle Tage sieht, nimmt die Seconde Nature ohne Schwefelzusatz oder den Chamery Rouge, einen stillen Rotwein aus reinem Meunier.

Ist Champagne Bonnet-Ponson Bio?

Ja. Cyril Bonnet hat die Umstellung 2013 begonnen, seit 2016 ist das Weingut zertifiziert. Dazu kommen Spontangärung mit wilden Hefen, keine Filtration und Schwefel nur in winzigen Mengen. Die gut zehn Hektar liegen in rund 50 Parzellen um Chamery in der Montagne de Reims, das Dorf ist als Premier Cru eingestuft.

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