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Provence

Nachts rutscht kühle Luft von den Alpen ins Tal, und tagsüber hält der Mistral die Himmel über den Reben klar: Die Provence ist zwar eine Weinregion am Mittelmeer, ihre besten Lagen liegen jedoch in Höhen, in denen die Trauben langsam reifen und ihre Frische bewahren. Mourvèdre, Grenache, Cinsault und Syrah wachsen auf Kalk, Mergel und Sand, dazu Weißweine aus Vermentino, Sauvignon Blanc und Roussanne. Unsere Provence Weine kommen von Château de Pibarnon, dem Referenzgut in Bandol mit samtigem Mourvèdre auf blauem Trias-Mergel, von Revelette, wo Peter Fischer biodynamisch auf 400 Metern Höhe arbeitet, und von Alône, das auf einer ehemaligen Sandgrube im Naturpark Sainte-Baume Naturweine keltert.




Mehr über Provence

Von Bandol bis zur Montagne Sainte-Victoire

Wer an der Küste bei Bandol die Steinterrassen hochsteigt, steht schließlich auf dem höchsten Punkt der Appellation und blickt über ein Amphitheater aus Reben bis zum Meer. Bandol ist die berühmteste Herkunft der Provence und die Heimat der Mourvèdre, die hier mindestens die Hälfte der roten Cuvée stellen muss und Weine von ungewöhnlicher Tiefe ergibt. Weiter im Landesinneren liegen die Coteaux d’Aix-en-Provence am Fuß der Montagne Sainte-Victoire, deren Kalkrücken Cézanne immer wieder gemalt hat, und nördlich davon das Vaucluse mit dem Ventoux, wo Grenache und Syrah in kühlen Höhenlagen wachsen. Dazwischen erstreckt sich die große Côtes de Provence, aus der der klassische blasse Rosé stammt, der das Bild der Region geprägt hat.

Mergel, Sand und der Mistral

Das Klima ist mediterran mit heißen, trockenen Sommern, doch der Mistral treibt regelmäßig kühle, trockene Luft aus dem Rhônetal über die Weinberge, hält die Reben gesund und die Nächte frisch. Die Böden wechseln zwischen Kalk und Lehm, in Bandol dominiert ein blauer Trias-Mergel, der den Mourvèdre-Weinen ihre samtige Struktur gibt. Wo das Land in Höhen von 400 Metern und mehr steigt, entstehen Weine mit einer Spannung, die man in der südlichen Lage kaum erwartet. Sandige Böden wiederum drainieren perfekt und geben besonders feine, salzige Roséweine. Es ist diese Mischung aus Höhe, Wind und kargem Grund, die französischen Wein aus der Provence so vielschichtig macht.

Château de Pibarnon: Mourvèdre auf dem höchsten Punkt von Bandol

Château de Pibarnon liegt auf den Restanques genannten Steinterrassen oberhalb des Mittelmeers und wird seit 2000 von Éric de Saint Victor geführt; das Gut ist seit 2019 bio-zertifiziert. Der Château de Pibarnon Rouge AOC 2020 zeigt, warum der Mourvèdre hier zur großen Sorte wird: dunkle Beeren, Kräuter der Garrigue und balsamische Würze über einem seidigen, dichten Tannin, ein Wein, der über Jahre reift. Der Rosé Nuances ist die andere Seite des Hauses, ein reinsortiger Mourvèdre-Rosé vom Mergel, der in Eiche und Sandstein ausgebaut wird und als strukturierter Gastronomiewein weit über den Sommer hinaus trägt.

Biowein aus der Provence: Revelette und Alône

Auf dem Plateau bei Jouques, umgeben von 170 Hektar Wald, arbeitet Revelette seit 1990 bio und seit 2011 biodynamisch; die Alpenluft, die nachts ins Tal rutscht, schenkt den Weinen eine Kühle, die man so weit im Süden selten findet. Der Revelette PUR Blanc aus Trebbiano und Carignan Blanc wird mit wenig Eingriff gekeltert und duftet nach Zitrus, weißen Blüten und Kräutern. Auf einer ehemaligen Sandgrube im Naturpark Sainte-Baume hat Alône seine Reben auf 420 bis 470 Metern gepflanzt; Christian Ott und Pascale Jourdan vergoren mit indigenen Hefen und füllen in Keramikkugeln aus Limoges. Der Rosé SABLE aus Grenache, Syrah und Cinsault zeigt dieses Terroir mit roten Beeren, salziger Finesse und trockenem, feinem Ausklang. Wer Biowein aus der Provence sucht, findet bei diesen Gütern Weine, die ohne Kosmetik auskommen und ihre Herkunft direkt ins Glas bringen; zur Einordnung der Reifejahre hilft die Jahrgangstabelle.

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