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Normandie

Zwischen Lisieux und Domfront stehen Apfel- und Birnbäume so hoch wie Eichen auf Wiesen, unter denen Kühe grasen, und aus ihren Früchten entsteht das Getränk, das die Normandie prägt. Wer Wein aus der Normandie sucht, findet nur wenige junge Rebflächen; die eigentliche Tradition der Region sind Cidre aus Mostäpfeln und Poiré aus Mostbirnen, spontan vergoren und in der Flasche zum Perlen gebracht. Unsere Auswahl stammt vollständig von Lesuffleur aus dem südlichen Pays d’Auge: Cidres und Birnenschaumweine mit wenig Alkohol, straffer Säure und so viel Tiefe, dass sie am Tisch neben jedem Wein bestehen.




Mehr über Normandie

Gibt es Wein aus der Normandie?

Die Normandie liegt am nördlichen Rand dessen, was Reben in Frankreich zulassen, und hatte über Jahrhunderte kaum nennenswerten Weinbau. Erst in jüngerer Zeit pflanzen einzelne Betriebe im Calvados wieder Reben, ihre Weine bleiben regionale Raritäten. Was die Normandie ins Glas bringt, wächst an Obstbäumen: Cidre, Poiré, Pommeau und Calvados sind die Getränke der Region. Wer nach einem normannischen Schaumwein sucht, landet beim Poiré, dem Birnensekt, dem man seiner feinen Perlage wegen gern den Beinamen Champagner der Normandie gibt.

Pays d’Auge und Domfrontais: Äpfel auf Lehm, Birnen auf Granit

Das Pays d’Auge östlich von Caen ist ein Hügelland aus Lehm mit Feuersteinen über Kreide, durchzogen von Hecken und feuchten Wiesen. Hier liegt die Heimat der AOP Cidre Pays d’Auge und der Käse Camembert, Pont-l’Évêque und Livarot. Weiter südwestlich, im Domfrontais, beginnt das Armorikanische Massiv mit Granit und Schiefer, und dort dominiert die Birne: Die AOP Poiré Domfront verlangt einen hohen Anteil der Sorte Plant de Blanc. In beiden Landschaften stehen die Bäume als Hochstamm auf beweideten Obstwiesen. Sie wurzeln tief, tragen erst nach vielen Jahren und werden, besonders die Birnbäume, sehr alt. Die Mostäpfel teilen sich in süße, bittersüße, bittere und säuerliche Sorten, und erst ihre Mischung gibt einem Cidre Gerbstoff, Frucht und Frische zugleich.

Flaschengärung: wie Cidre und Poiré zu perlen beginnen

Geerntet wird im Herbst, oft das reif gefallene Obst, das vor dem Pressen noch einige Zeit nachreift. Der Most gärt langsam und kühl über den Winter, bei traditionellen Erzeugern allein mit den Hefen von Frucht und Keller. Abgefüllt wird, solange noch Zucker im Most ist; die Gärung läuft in der verschlossenen Flasche weiter und bildet die Kohlensäure selbst. Diese natürliche Flaschengärung erklärt den geringen Alkohol von meist vier bis sechs Volumenprozent und die spürbare Restsüße, die in guten Jahren von kräftiger Säure und feiner Herbe getragen wird. Ein Poiré wirkt dabei heller und blumiger, ein Cidre erdiger und würziger.

Lesuffleur: Cidre und Poiré aus dem südlichen Pays d’Auge

Die Cuvées von Lesuffleur tragen die Namen der Dörfer rund um den Hof in La Folletière-Abenon: Friardel, Cerqueux, La Folletière. Der Lesuffleur Missùs 2018 in der Magnum entsteht aus neun säurebetonten Apfelsorten dieser Lagen und zeigt, wie viel Struktur ein Cidre aufbauen kann. Der Lesuffleur Cerqueux Poiré 2019 lag drei Jahre auf der Hefe und duftet nach reifer Birne und weißen Blüten, der Friardel Poiré 2018 ist lieblich, bernsteinfarben und von Jod und Mostbirne geprägt. Zu Ente, Schweinebraten mit Äpfeln oder einem reifen Pont-l’Évêque passen diese Weine ebenso gut wie zum Aperitif. Weitere Erzeuger aus dem Land finden Sie unter Frankreich; die Normandie bleibt unsere Adresse für Obst aus der Flasche, das mit der Sorgfalt eines großen Weins gemacht ist.

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