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Rheingau

Bei Wiesbaden knickt der Rhein nach Westen ab, und entlang dieses Umwegs liegen die Weinberge des Rheingaus wie ein einziger, nach Süden geneigter Hang zwischen Taunus und Strom. Die Wälder auf den Höhen halten die kalten Nordwinde ab, das breite Wasser wirft Licht und Wärme zurück, und so reift der Riesling hier langsam und behält seine straffe Säure. Unsere Weine aus dem Rheingau kommen fast alle von Peter Jakob Kühn in Oestrich, der seit 2004 biodynamisch nach den Regeln von Demeter arbeitet und im Keller mit großer Zurückhaltung vorgeht. Wer Naturwein im Rheingau sucht, findet bei ihm Rieslinge und Sekte von kühler Klarheit, vom Kabinett aus dem Lenchen bis zu den Großen Gewächsen aus Doosberg und Jungfer.




Mehr über Rheingau

Ein Südhang zwischen Taunus und Rhein

Oben am Waldrand, zum Taunus hin, stehen die Reben auf Taunusquarzit und Schiefer, kargen Böden, die sich schnell erwärmen. Weiter unten, zum Fluss hin, übernehmen Löss, Lehm und Mergel, die mehr Wasser halten und den Weinen Fülle und Saft geben. Am westlichen Ende, wo der Rhein bei Rüdesheim wieder nach Norden dreht, fällt der Rüdesheimer Berg steil zum Wasser ab; gleich dahinter, in Assmannshausen, wächst auf Schiefer seit langem Spätburgunder. Schon die Zisterzienser von Kloster Eberbach haben diese Hänge über Jahrhunderte geprägt, und die Prädikate Spätlese und Auslese haben im Rheingau ihre Wurzeln.

Rheingau Riesling vom Quarzit bis zum Löss

Der Riesling ist die Rebsorte, die den Rheingau trägt. Auf Quarzit und Schiefer wird er schlank, rauchig und kühl, mit Zitrus, weißen Blüten und Kräuterwürze; auf den tieferen Lössböden zeigt er mehr gelbe Frucht, Pfirsich und Reineclaude. Trocken ausgebaut ist er straff und langlebig, als Kabinett mit feiner Restsüße wirkt er schwebend leicht, und aus edelfaulen Trauben entstehen Auslesen und Trockenbeerenauslesen, deren Süße von der Säure getragen wird. Daneben gehört der Spätburgunder zum Rheingau, als Rotwein mit Kirschfrucht und feinem Tannin. Wer Wein aus dem Rheingau kennenlernen will, beginnt am besten beim Ortswein: Der Riesling Oestrich Quarzit 2023 von Peter Jakob Kühn zeigt den steinigen, kühlen Charakter dieser Böden mit einer leicht rauchigen Note und erdiger Würze.

Naturwein aus dem Rheingau: die Arbeit von Peter Jakob Kühn

Die Familie Kühn baut in Oestrich seit 1786 Wein an. Peter Jakob Kühn hat den Betrieb auf biodynamischen Anbau umgestellt und ist seit 2004 Demeter-zertifiziert. Im Weinberg arbeitet er mit den biodynamischen Präparaten, im Keller greift er so wenig wie möglich ein; sein Riesling aus der Jungfer etwa vergärt spontan mit den Hefen aus dem Weinberg. Die Sekte reifen in traditioneller Flaschengärung, der Blanc de Blancs und der Blanc de Noirs kommen als Brut Nature ohne Dosage in die Flasche. So entsteht Naturwein im Rheingau: aus lebendigen Böden und mit viel Geduld im Keller.

Von Oestrich bis Hallgarten: Lagen im Sortiment

Kühns Weinberge liegen rund um Oestrich und ziehen sich hinauf nach Hallgarten. Das Lenchen am Ortsrand von Oestrich liefert saftige, mineralische Rieslinge, etwa den Riesling Lenchen Kabinett VDP Grosse Lage 2024 mit feiner Restsüße, aus alten Reben aber auch ein trockenes Großes Gewächs und edelsüße Raritäten. Der Doosberg ist eine offene Kuppe in Oestrich, deren Rieslinge schlank beginnen und am Gaumen an Kraft gewinnen. Höher und kühler liegen in Hallgarten die Jungfer und der Hendelberg, deren Weine besonders kristallin und straff ausfallen; aus dem Frühernberg kommt ein Spätburgunder aus burgundischer Massale-Selektion. Dazu kommen der Baiken in Rauenthal und der Berg Schlossberg in Rüdesheim. In unserem Sortiment finden Sie diese Weine vom Kabinett bis zur Magnum, in mehreren Jahrgängen nebeneinander.

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